Sonntag, 26. August 2012

Agota Kristof: Die Analphabetin

Die "Literarische Welt" urteilt: "Karg sind Kristofs Geschichten, wahr sind sie, gehärtet die Worte und die Sätze, geschliffen, gnadenlos."
Das Büchlein beginnt mit dem Satz: "Ich lese."

Etwas später folgt ein Satz ganz nach meinem Geschmack: "So ziehe ich mir sehr jung, ohne es zu merken und ganz zufällig, die unheilbare Krankheit des Lesens zu."

Es ist faszinierend, Agota Kristof erzählt auf 75 A5-Seiten mit breiten Rändern, gar nicht so kleiner Schrift und 1 1/2-fachem Zeilenabstand die Geschichte ihrer Herkunft.

Ein Kapitel, das vorletzte, wäre vielleicht ganz interessant für viele ungeduldige Schreiberlinge (das ist nicht negativ gemeint). Es beginnt folgendermaßen:


Wie wird man Schriftsteller?

Zuallererst muß man natürlich schreiben. Dann muß man weiterschreiben. Selbst wenn es niemanden interessiert. Selbst wenn man das Gefühl hat, daß es niemals jemanden interessieren wird. Selbst wenn die Manuskripte sich in den Schubladen stapeln und man sie vergißt, während man neue schreibt.

1 Kommentar:

  1. "Zuallererst muß man natürlich schreiben. Dann muß man weiterschreiben. Selbst wenn es niemanden interessiert. Selbst wenn man das Gefühl hat, daß es niemals jemanden interessieren wird. Selbst wenn die Manuskripte sich in den Schubladen stapeln und man sie vergißt, während man neue schreibt."

    Das gefällt mir... . Kopiere ich mir... .

    AntwortenLöschen