Sonntag, 26. August 2012

Kristin Marja Baldursdóttir: Die Eismalerin

Ich hätte das Buch gerne mehr am Stück lesen mögen. Gar nicht mal, weil es besonders spannend war. Das reine Lesen des Buches hat mir besonderen Spaß gemacht. Es ist schön geschrieben. Ich hatte ein wenig Angst wegen der fremd klingenden Namen, aber mit der Zeit lesen sie sich flüssig und prägen sich auch ein.

Die verwitwete Steinunn Olafsdóttir hat sechs Kinder. Und selbst den Mädchen hat sie es ermöglicht, die Schule zu besuchen. Doch nun reicht das Geld nicht mehr und sie müssen dorthin, wo es welches zu verdienen gibt. Ans Meer, zum Fisch.
Während Karitas den Haushalt in der neuen Heimat ganz alleine schmiss, weil die Geschwister erst beim Fisch-Arbeiten waren und danach Schulen besuchten, wollte sie doch eigentlich nur malen. Bis eine Gönnerin der Mutter anbot, fünf Jahre für die Kosten an der Kunstakademie in Kopenhagen aufzukommen. Als das Geld aufgebracht war, musste Karitas wieder zurück, wollte neues Geld auftreiben. Ging wieder zum Fisch, bei dem es sich gut verdienen ließ. Doch der spielte ihr einen Streich. Er blieb einfach aus. Dafür lernte sie einen schönen Mann kennen, von dem sie sich verführen ließ. Als sie sich zu einer ihrer Schwestern auf den Hof verdingte, merkte sie, dass sie schwanger war. Was für ein Theater. Die Schwester, die seit fünf Jahren vergeblich auf Nachwuchs hoffte, nahm es ihr richtig übel und verlangt das Kind von ihr.
Doch eines Tages steht der Kindsvater vor der Tür und nimmt sie mit sich. In sein Haus, wie er erzählte...
Tja, in sein Haus ist gut gesagt. Als Karitas mit ihrem Mann Sigmar in seiner Heimat ankam, sah sie nur ein Torfhaus. Aber er hat was draus gemacht. Nach dem Tod seiner Mutter, hat er das Häuschen von Grund auf neu hergerichtet. Nur Wasser aus der Leitung gab es noch nicht.
Ihre Mutter schickte ein Paket mit ihren Malutensilien.
Eine Weile hatten sie gemeinsam, dann musste Sigmar wieder aufs Meer, Fisch fangen. Und Karitas wurde immer runder. Die Frauen in der Umgebung kümmerten sich. Eine kam mit ihren Töchtern ins Haus und nähte. Und je näher Karitas dem Entbindungstermin rückte, desto mehr Leute fanden sich rund um ihr Haus ein. In gebührendem Abstand, aber immer sie im Auge behaltend, um hilfreich zur Stelle zu sein.
Und so kam eines Tages Jón auf die Welt...

Im Klappentext steht, als Karitas Sigmar kennenlernt, stand sie vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens. Aber Entscheidungen hat sie eigentlich nicht getroffen. Irgendwie wurde sie immer getrieben und hat sich treiben lassen. Eine Entscheidung, die mich dann doch ein bisschen überrascht hat, fällt sie erst am Schluss der Geschichte.
Besonders schön fand ich die Beschreibung der Menschen und Landschaften.

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