Montag, 20. Mai 2013

Ray Bradbury: Fahrenheit 451

Interessant finde ich ja schon mal, wie das Buch entstand. Gar nicht mit einem Mal als Roman, sondern vorab als Geschichten. Selbst ein Theaterstück hat er draus gemacht und eine Opernfassung geschrieben.

Was für ein trauriges Leben muss das sein, keine Bücher besitzen zu dürfen. Montag scheint ja ein Geheimnis zu haben, ob es mit Büchern zusammenhängt? Wenn ja, hoffe ich nicht, dass er sich mal verrät. Mit solchen Gesprächen scheint er sich jedenfalls in Gefahr zu begeben:

   Montag besah sich die Karten in seiner Hand. „Ich – ich war in Gedanken bei dem Feuer von voriger Woche. Ich dachte an den Mann, dessen Bibliothek wir erledigten. Was geschah mit ihm?“ „Er wurde schreiend in eine Irrenanstalt eingeliefert.“
„Er war doch nicht geistesgestört.“
Beatty ordnete gelassen seine Karten. „Jeder ist geistesgestört, der meint, er könne die Regierung und uns hintergehen.“
„Ich habe versucht mir vorzustellen“, sagte Montag, „wie einem dabei zumute ist. Ich meine, wenn die Feuerwehr unsere Häuser und unsere Bücher anzündet.“
„Wir haben keine Bücher.“
„Aber wenn wir welche hätten.“
„Hast du denn welche?“
„Nein.“ Montag sah über die andern hinweg auf die Wand mit den maschinengeschriebenen Verzeichnissen einer Million verbotener Bücher. Ihre Namen gingen jahraus, jahrein in Flammen auf unter seiner Axt und seinem Schlauch, der nicht Wasser, sondern Kerosin spie.

Montags Entwicklung finde ich sehr interessant. Mit seiner Frau kann er ja wohl schon lange nicht mehr reden. Die ist den ganzen Tag von ihrer Familie an den Wänden umgeben. Lässt sich von Musik und Werbung berieseln. Selbst beim Schlafen hat sie diese Ohrstöpsel in den Ohren. Hat nicht mal mitbekommen, dass sie zu viele Schlaftabletten genommen hat.
Und hat panische Angst, an diesem Leben was zu verändern. Ich bin gespannt auf ihre weitere Reaktion, nachdem Montag ihr die Bücher gezeigt hat, die er versteckt hat.

Auf ein schönes Wortspiel Bradburys bin ich bei Wikipedia gestoßen: Montag ist ein amerikanischer Papierhersteller und Faber kenne ich als Bleistifthersteller.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen