Donnerstag, 17. September 2015

Armin Greder: Die Insel - Eine tägliche Geschichte






Ich brauche das Buch nur aufschlagen, um zu sehen, wie aktuell diese Geschichte ist.



Ein dunkles, alles verschlingendes Meer.


Am Morgen fanden die Inselbewohner einen Mann am Strand,
da wo Meeresströmung und Schicksal sein Floß hingeführt hatten.
Er stand auf, als er sie kommen sah.

Er war nicht wie sie.


Bedrohlich sehen die Männer aus, wie sie da vor ihm stehen. Bewaffnet mit Gartengeräten. Sie wollen lieber, dass er gleich wieder verschwindet. Dorthin, wo er hingehöre.

Nur der Fischer, der das Meer kannte, stand ihm bei. Und so nahmen sie ihn auf.
Aber nicht etwa in ihrer Mitte. Nein, abseits, in einen alten Ziegenstall sperrten sie ihn ein. Ließen ihn dort hungern und frieren.

Dieser Mann, dieser Mensch steht für all die Menschen, die derzeit bei uns Zuflucht suchen. Die es geschafft haben in unser Land, mit ein paar Habseligkeiten oder nur mit dem, was sie am Körper tragen. Die Furchtbares erleben mussten. Die in ihrer Heimat alles verloren haben.
Und wie wurden sie zuerst empfangen. Mancherorts wollte man sie nicht. Zündete sogar Flüchtlingsunterkünfte an.
Haben wir Angst vor ihnen? Vor Menschen, die viel mehr Angst haben, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. Die in Frieden leben wollen.

Und was tut die Politik. Die Grenzen werden kontrolliert. Die Europäische Union will Flüchtlingsboote, die auf dem Weg nach Europa sind, zerstören.

Armin Greder hält uns einen Spiegel vors Gesicht. So darf man mit Menschen nicht umgehen.
60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. Nur ein winzig kleiner Teil von ihnen kommt zu uns. Und gerade wir müssen dafür sorgen, dass sie hier menschlich aufgenommen werden, hier eventuell auch eine neue Heimat finden.






Sind das wirklich wir? Können wir Menschen in Not keine Menschlichkeit entgegenbringen? Doch, das haben wir in München und anderen Städten gezeigt.

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