Mittwoch, 17. Juni 2015

Bernice Rubens: Es geschah in einer Seitenstraße



Klappentext:Aus Notwehr wird die blutjunge Bronwen Davies zur Mörderin. Sie behält das schreckliche Geheimnis für sich, auch als ein Unschuldiger angeklagt wird. Doch seitdem plagen sie tiefe Schuldgefühle, die nur von ihrer Nase verraten werden. Diese beginnt jedesmal heftig zu bluten, wenn Bronwen an jenen Tag erinnert wird. Bronwen glaubt, mit ihrer schuldbeladenen Vergangenheit bis ans Lebensende allein bleiben zu müssen........
Bernice Rubens hat eine tief bewegende Geschichte über Schuld und Liebe, Erlösung und die destruktive Macht der Erinnerung geschaffen.

Dieses Buch ist das erste, das ich im Rahmen meiner Challenge "Booker Prize" gelesen habe (Gewinnerin 1970).
Hier sind die Eindrücke, die ich unmittelbar nach dem Lesen im Februar notiert hatte:

Beim Lesen war ich hin und her gerissen zwischen Begeisterung für die Geschichte und Unverständnis für die Ich-Erzählerin. Es gelang mir nicht, mich in sie hineinzuversetzen, so dass ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen konnte. Aber wahrscheinlich war sie einfach nur ein Opfer ihrer Erziehung, die sich den Moralvorstellungen ihrer Umwelt unterworfen hat.

Interessant, sich jetzt, nach 4 Monaten nochmal mit dem Buch auseinanderzusetzen. Und siehe da, das Buch hat bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Ich kann mich immer noch gut an einzelne Textpassagen erinnern, trotzdem ich in der Zwischenzeit zig andere Bücher gelesen habe. So gesehen hat dieses Buch für mich etwas Spezielles: Ich muss nicht mit dem Autor einer Meinung sein, um sein Buch zu mögen. Auch ein Buch mit kontroversen Ansichten kann ein gutes Buch sein.

Eine Besonderheit habe ich vergessen: Ich hatte dieses Buch damals "gebraucht" bestellt. Als ich es das erste Mal aufgeschlagen habe, habe ich mich geärgert, weil irgendein Blödmann mit Kugelschreiber auf die Titelseite gekritzelt hat. Aber nach genauerem Hinsehen, stellte sich heraus, dass das Gekritzel eine Widmung von der Autorin ist, womit es sich einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal verdient hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen