Samstag, 28. März 2015

Reinhard Kleist: Der Boxer: Die Überlebensgeschichte des Hertzko Haft



Gezeichnet wurde dieses Graphic Novel nach dem Buch Eines Tages werde ich alles erzählen von Alan Scott Haft (der Sohn von Hertzko).

Das Buch ist von Beginn an beklemmend. Die ersten drei Seiten zeigen Hertzko mit seinem Sohn Alan Scott. Alan beschreibt seinen Vater mit wenigen Worten:

Ich hatte oft Angst vor ihm. Für mich war er der stärkste Mann der Welt, schließlich war er einmal Boxer gewesen. Er war kein Vater, der mit seinem Sohn Baseball spielte, und häufig war er jähzornig.

Die Mutter versuchte das immer mit seiner schlimmen Vergangenheit zu entschuldigen.
Und die Geschichte seiner Vergangenheit begann 1939 in Belchatow (Stadt südlich von Lódz), Polen. Hertzko war 14, als die Deutschen im März in seine Stadt einmarschierten.
Kurze Zeit später starb sein Vater an Typhus. Aria, Hertzkos ältester Bruder übernahm nun das Kommando. Doch als der der Aufforderung der Deutschen nachkam, sich registrieren zu lassen, behielten sie ihn gleich da. Aber nicht er wurde zum Arbeitseinsatz verfrachtet, sondern Hertzko, der seinen Bruder rausboxen wollte. Und das, wo er sich gerade mit Leah einig war und um ihre Hand angehalten hat.

Dieses Buch ging mir wirklich unter die Haut. Ich meine, ich habe schon viel über den Zweiten Weltkrieg im TV gesehen, an Spielfilmen und an Dokus. Aber dieses Buch, ich weiß nicht. Schon mal, dass es nur in schwarz-weiß gezeichnet ist. Wobei ich das Gefühl habe, dass das Schwarze überwiegt. Aber vielleicht kommt es mir auch nur so vor, weil es so einige großflächige schwarze Stellen gibt.
Zwei Sätze von Hertzko bleiben mir im Gedächtnis: "Für mich gibt es keinen Gott mehr" und etwas später "Es gibt keinen Gott mehr". Und ganz schlimm war der Aspekt, dass es im KZ unter den Häftlingen anscheinend auch Kannibalismus gegeben hat. Diese kurze Bildsequenz blieb ohne Worte. - Ja, wo war Gott, wie konnte er so etwas zulassen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen