Sonntag, 9. September 2012

Sigrid Undset: Kristin Lavranstochter 5

Nun befindet sich Kristin auf der weiten Reise in ihre neue Heimat. Von ihrer Schwangerschaft weiß niemand. Sie muss reiten und hat eine Schiffsreise vor sich, von der sie sich tagelang nicht erholt. Als sie sich den Hof, auf dem sie nun leben, schalten und walten soll, genauer beschaut, sieht sie überall Dreck, Schmutz und Verwahrlosung. Sie hat also nicht wenig Arbeit vor sich. Und manchmal, wenn sie in sich hineinhört, hat sie Angst. Angst, weil sie das Baby nicht spürt, das sich längst in ihr bewegen müsste. Sie verheimlicht ihren Zustand immer noch, selbst vor ihrem Mann.
Als er es dann bei einer Umarmung selbst spürt, ist eine Ausrede fällig. Aber Tage sollen noch vergehen, bis Erlend ihr einen Hof zeigen möchte, der zu ihrer Morgengabe gehört.
Auf dem Rückweg beginnen sie ein Gespräch, das sie aber erst daheim richtig zu Ende führen. Sie sprechen sich aus, sprechen auch von Erlends Kindern. Dass er sie gern sehen wollte und ob Kristin damit einverstanden wäre, wenn er sie zu Weihnachten zu ihnen holen würde.
So macht er sich auf den Weg und Kristin bereitet derweil alles für die Weihnachtszeit vor. Und sie erinnert sich an Weihnachten zu Hause, als sie noch klein war.
Und je näher der Termin ihrer Entbindung rückt, desto mehr scheint es ihr, dass ihre Mutter kommen müsse, die eine erfahrene Geburtsfrau ist. Sie müsse ihr doch daheim ihren Zustand angesehen haben und kommen, ihr jetzt zu helfen.
Und vor lauter Heimweh und Sehnsucht läuft Kristin jeden Tag durch den Wald, der gefährlich ist, da sich dort Wölfe rumtreiben. Eines Tages wird sie von einer Bäuerin auf ihren kleinen Hof gebracht und dort konnte sich Kristin das erste Mal richtig aussprechen. Sie konnte lachen und weinen und wieder lachen.
Und als Erlend sie voller Angst dort findet und sicher nach Hause bringt, kann sie ihn seit langer Zeit das erste Mal von sich aus umarmen.

Kristin ist nicht richtig glücklich. Vieles auf ihrem neuen Hof geschieht, wie sie es von zu Hause aus nicht kennt. Das Gesinde ist faul, die Männer haben sich nicht in der Gewalt.
Und ein Eheleben ist es nicht, was die beiden führen. Sie arbeitet jede freie Minute und Erlend liegt abends faul rum. Sie haben nichts miteinander zu reden. 

1 Kommentar:

  1. Gefällt mir gut, obwohl das Mittelalter nicht meine Epoche ist...

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