Montag, 7. Juli 2014

Nina Sankovitch: Tolstoi und der lila Sessel



Jeden Tag ein Buch? Und das ein ganzes Jahr lang? Und noch dazu zu jedem Buch eine Besprechung schreiben? Und das Ganze neben Familie und Haushalt? Meiner Meinung nach ist das gar nicht zu schaffen. Zumindest nicht in meinem Lesetempo. Und kann da Lesen überhaupt noch Spaß machen?
Will da jemand auf den Putz hauen? Diese Frage stellte sich mir, als ich den Klappentext las.
In Ordnung: Ich gehe mal davon aus, dass die Autorin uns nicht veräppeln will, außerdem lässt sich das Ganze auf ihrem Blog www.ReadAllDay.org nachprüfen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Anfangs fragte ich mich, wie man auf die Idee kommt, jeden Tag ein Buch lesen zu wollen. Bei Nina Sankovitch handelt es sich dabei um einen ernsten und sehr traurigen Grund: Ihre Schwester Anne-Marie ist gestorben und auch drei Jahre später hat Nina ihren Tod immer noch nicht verarbeitet, weiß nicht, wie sie mit der Trauer umgehen soll. Sie war der Meinung, sie müsste nun dafür sorgen, dass es allen in ihrem Umfeld gut ginge. Aber dabei rieb sie sich nur auf. So keimte in ihr ihr die Idee dieses Lesejahres. Von ganz ungefähr kam es nicht, die Bücherliebe ist schon seit der Kindheit vorhanden. Bücher spielten in der Familie immer eine Rolle.
Und während Nina Sankovitch uns erzählt, welche Bücher sie gelesen hat, erfahren wir viel über ihre Familie. Über die Geschwister und die Eltern. Vor allem über den Vater, von deren Kriegserlebnissen sie erzählt.
Was ich besonders bewundere: Sie hat auch Bücher gelesen, die ihr angst machen. Das schaffe ich noch nicht. Ich kann mich einfach nicht überwinden, Bücher über z. B. Kindersoldaten zu lesen.

Ich könnte noch mehr schreiben. Aber ich habe mir vorgenommen, alle meine „Bücher über Bücher“ noch einmal zu lesen. Die erhalten dann einen eigenen Blog.  

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